Nesodden Schülerbegegnung

Deutsch-Norwegische Schülerbegegnung

Schulklassen aus Nesodden in Hamburg

Vom 04. bis zum 07. November 2018 fand die Schülerbegegnungsreise von Schüler/-innen aus Nesodden in Hamburg statt.

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Hier geht es zu einem Artikel im Magazin „Aktuelles“ 1/2019 des Norwegischen Deutschlehrerverbands.

„Green light for Environmentally Sustainable Schools“- Bericht zur deutsch-norwegischen Schülerbegegnung Harsefeld-Nesodden.

Zwei Schulen ein Ziel: Unter dem Motto „Green light for Environmentally Sustainable Schools” trafen sich – unterstützt vom Verein aubiko – vom 5-9. November je 32 Schülerinnen und Schüler der Nesodden videregående skole und des Aue Geest Gymnasium Harsefeld. Ihr Ziel war es, ein umfangreiches Bewusstsein zu erlangen für Umweltprobleme des täglichen Lebens und auch darüber hinaus, um Aktionspläne zu entwickeln, wie ihre Schule „grüner“ werden kann, damit Umwelt- und Klimaschutz nachhaltig verankert wird.

Der erste Tag lief noch ohne Begegnung ab und wurde vom Verein aubiko gestaltet, um den norwegischen SchülerInnen das Ankommen zu erleichtern. Keiner von ihnen war bisher in Hamburg. Auch in Gastfamilien hatte noch niemand gewohnt. Entsprechend wurden die Schüler vom Verein aubiko in einem interkulturellen Training auf ihren Aufenthalt in der Gastfamilie vorbereitet. Anschließend nahmen sie an einer interaktiven Stadtführung teil. Das Besondere dabei: Sie bereiteten sich in Kleingruppen auf bestimmte Sehenswürdigkeiten vor. Diese stellten sie vor Ort ihren MitschülerInnen vor. Hinzu kamen Aufgaben, die sie vor Ort lösen mussten. Ob am Jungfernstieg, auf der Plattform der Elbphilharmonie oder am Rathaus, die SchülerInnen waren begeistert, hatten viel Spaß und nutzten die Zeit ihr Deutsch zu aktivieren. Besonders die Speicherstadt mit ihren alten Häusern und Fleeten zeigte ihnen die wichtige Rolle Hamburgs als Stadt des Handels. Und am Ende des Tages blieb auch Zeit, um ein bisschen in der Innenstadt zu shoppen.

Am Dienstag wurden die norwegischen Schüler in Harsefelder Schule besonders herzlich begrüßt, von der Schulleiterin mit warmen Worten und von den deutschen SchülerInnen zu einem großen gemeinsamen Frühstück. Die deutschen SchülerInnen zeigten den Norwegern Harsefeld und unternahmen gemeinsam mit ihnen eine Exkursion in einen nahegelegenen Wald. Dort lernten sie, welche Folgen die Vermüllung des Waldes für Pflanzen, Tiere und den Menschen mit sich bringt. Vor allem aber lernten die norwegischen SchülerInnen ihre Gastfamilien kennen, zu denen sie nun zogen.

Auch am nächsten Tag gab es eine spannende Exkursion: Die Schüler reisten gemeinsam im Bus nach Gut-Karlshöhe, einem Umweltbildungszentrum. Eine Umweltpädadagogin stellte den SchülerInnen das gesamte Zentrum vor. In einer Ausstellung lernten sie Folgen der Klimaveränderung kennen, konnten sich die Folgen über Zukunftsszenarien vergegenwärtigen, wie erneuerbare Energien erzeugt werden können (Wind- und Solarenergie) und durch technische Innovationen Abfall vermieden und Energie gespart werden kann.

Viel Spaß hatten die SchülerInnen bei einem interaktiven Umweltbingo. Hier mussten die SchülerInnen in der ganzen Gruppe Andere finden, die zum Umweltschutz beitragen (z.B. durch Nutzung von Akkus statt Batterien, oder weil sie lieber mit dem Fahrrad fahren als Auto). Dies half sehr dabei, andere SchülerInnen näher kennenzulernen aber auch dabei, das eigene Umweltverhalten zu hinterfragen. In gemischten deutsch-norwegischen Gruppen lernten die SchülerInnen anschließend selbständig das Gelände kennen und bearbeiteten Aufgaben. Zur Einrichtung gehören nämlich neben dem Bildungszentrum auch ein Stück Wald, Streuobstwiesen mit zahlreichen seltenen Obstsorten sowie Tierställe und ein Bauerngarten. Ein Tag mit sehr viel Input und Aktivität endete mit einer Busfahrt, die sich durch einen Stau unglücklicherweise um mehr als eine Stunde verlängerte.

Dennoch waren am Donnerstag, dem letzten gemeinsamen Tag, alle wieder fit und besuchten die Stadt Stade. Hier nahmen sie an einer kleinen Stadtführung teil, wo sie besonders die schönen Fachwerkhäuser der Stadt bewundern konnten. Ihren Aufenthalt in Stade nutzten sie aber auch, um einen Recyclinghof zu besuchen. Besonders die norwegischen Schüler zeigten sich beeindruckt, denn das Thema Mülltrennung ist in Norwegen, insbesondere an der Schule in Nesodden noch gar nicht so im Fokus der Öffentlichkeit, wie in Deutschland.

Nach dem Mittag begann die eigentlich wichtigste und spannendste Phase der Begegnung. Nach mehreren Tagen des Inputs über Umwelt- und Klimaschutz trafen sich die Schüler in der Harsefelder Schule um gemeinsam mit Referenten von aubiko selbst aktiv zu werden.
Zur Auflockerung entwarfen die SchülerInnen Sprüche für Mülleimer.

In vielen Städten Deutschland wird durch lustige Sprüche auf Mülleimern die Aufmerksamkeit für diese erhöht, so dass sie besser genutzt werden. Mit den Orten Harsefelde und Nesodden hatten die teilnehmenden Schulen vorher ausgemacht, dass die besten Sprüche tatsächlich an städtischen öffentlichen Papierkörben angebracht werden dürfen. Entsprechend enthusiastisch waren die Schüler bei der Sache. Die Sprüche wurden anschließend aufgehängt und mit Punkten von den Schülern selbst bewertet.

Nun begann der Programmpunkt, der die gesamte Begegnung abrunden sollte. In vier Gruppen wurden Aktionspläne entwickelt, wie die Schulen verändert werden können aber auch, was man persönlich tun kann, um Umwelt- und Klimaschutz in den Schulen nachhaltig zu verankern.

Die vier Konzepte wurden anschließend im Plenum vorgestellt. Beide Schulen sind nun in der Pflicht bis zum Gegenbesuch der deutschen Schüler in Nesodden, hieraus einen Aktionsplan zu extrahieren und diesen auch umzusetzen.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden nun die beliebtesten Sprüche-Plakate für die Abfalleimer vorgestellt. Nach Tagen intensiver Arbeit war nun die Stimmung sehr gelöst, es wurde gelacht und zum Ende für alle Kaffee und Kuchen serviert.

Wie gelungen die Schülerbegegnung war, zeigten neben den entspannten Gesichtern auch die Evaluationsergebnisse. Es herrschte weitgehender Konsens, dass das schönste an der Begegnung der internationale Austausch und das schlimmste der viel zu enge Zeitrahmen war. Mit großer Trauer verabschiedeten die deutschen Schüler ihre neuen norwegischen Freunde und freuen sich schon jetzt auf den Gegenbesuch in Nesodden im kommenden Frühling.